8. November 2023
Fritz-Karsen-Schule
Feldnotizen 8. November 2023 (Auszug)
von Mathias Manglus
Beobachtung Spielplatz: Foto-Aufgabe
Die Künstler*innen sind krankheitsbedingt abwesend. Die Aufgabe für die Schüler*innen besteht darin, an Orten, die diese in einem Vorgespräch mit den Künstler*innen bestimmt
haben, ihre Sinneswahrnehmungen zu dokumentieren. Die Schüler*innen sollen einen Weg finden, den Raum so darzustellen, wie sie ihn erleben. Hierfür sollen sie ihre Smartphones
benutzen.
So bewegen wir uns zunächst auf einen Spielplatz in der Nähe einer Moschee, in der einer der Schüler*innen regelmäßig freitags beten geht. Danach gehen wir zu einem Backshop,
der einen beliebten Treffpunkt für die Schüler*innen darstellt. Zuletzt werden die Aufgaben in der Hufeisensiedlung bearbeitet, die in der Nähe der Schule liegt.
Die Schüler*innen erhalten die Aufgabe, die anderen Schüler*innen zu lenken und ihnen mitzuteilen, wo sie sich hinstellen sollen. Während des Beobachtungszeitraums beobachte
ich Gespräche zwischen den Schüler*innen, in denen sie versuchten, sich gegenseitig zu erklären, wie sie die Fotografie-Aufgabe angehen sollen: „Stellt euch mal so hin und ihr
klettert auf das Tor. Und wenn du das Foto machst, drehst du dich dabei.“
Diese Ideen weichen jedoch von den sehr konkreten Vorstellungen vom Ergebnis ab: „Das Bild sollte ganz anders aussehen. Eigentlich sollten die so [stehen] und die Kamera hier
durchfahren.“
Die Schüler*innen genießen meinem Eindruck nach den Ausflug, finden jedoch z.T. nur schwer Zugang zu den Aufgaben […]. Hierdurch offenbart sich auch eine Schwierigkeit für das
Rollenverständnis der Lehrer*innen. Diese stehen vor der Herausforderung, ihrer vielseitigen Rolle als Kunstvermittler*innen, Autoritätspersonen und Pädagogen*innen gerecht
zu werden, woraus sich während der Durchführung des Projekts kleinere Konflikte entfachen:
L1: „Ich habe doch eben schon gesagt, dass das Handy jetzt nicht gebraucht werden soll.“
S1: „Aber ich habe doch nur ein Foto gemacht, so wie ich sollte.“