8. Mai 2024
Fritz-Karsen-Schule
Feldnotizen 8. Mai 2024
von Armin Wischkony
Eine Schülerin erzählt, was die Gruppe, die während der vergangenen Doppelstunde im Neuköllner Stadtarchiv war, gesehen hat: viele alte Fotos, sehr viele Bücher:
„[…] so 19. Jahrhundert, irgendwas, irgendwo dahinten“, weist dabei mit einer Hand stark nach hinten, als würde die Vergangenheit räumlich hinter ihr liegen.
Als der Hermannplatz als konkreter Ort aufkommt, entsteht ein konzentriertes Gespräch über Städtebau und Wandel in Berlin, vor allem in Neukölln. Die Künstlerin erzählt,
dass ihr Vater in einem Haus aufgewachsen sei, das es heute nicht mehr gibt, weil an der Stelle nun die Neukölln Arcaden stehen. Am weiteren Gespräch beteiligen sich etwa
fünf bis sechs Schüler*innen.
Die Künstlerin präsentiert die aktuelle Version des Audiowalks. Die Schüler*innen hören aufmerksam zu; es gibt praktisch keine Nebengeräusche. Besonders gespannt angehört
werden die „Ich fühle mich zuhause, wenn ...“-Beiträge.
Mich freut das und vielleicht liegt hier das wichtigste Potential von (Kunst-)Unterricht. Vielleicht kann gerade durch die Offenlegung von Privatem Gemeinschaft hergestellt
werden?
[…] Die Künstlerin teilt an alle je einen Zettel aus, auf dem verschiedene Zitate gedruckt sind. Alle Zitate beziehen sich auf Gemeinschaft, Solidarität etc.
Die Zitate werden von den Schüler*innen vorgelesen. Die Künstlerin betont die Gemeinsamkeit der Zitate und ihre Relevanz im Blick auf das Thema Klima(wandel):
Gemeinschaft habe viel mit Klima zutun, weil das Klima alle vereine – es betreffe alle.
Alle, die dasselbe Zitat haben, finden sich in einer Gruppe zusammen. Nun sollen sie das Zitat in ein Standbild übersetzen. Die meisten Gruppen nehmen Tische und Stühle
zur Hilfe, um damit in einem Standbild zu symbolisieren. Die Zeit ist sehr knapp. […]
Zum Schluss der Stunde werden Tische und Stühle wieder in die ursprüngliche Ordnung gebracht. Zum Abschluss klatschen alle zusammen einen kurzen Rhythmus und wiederholen ihn
schneller werdend drei Mal.
