7. November 2023
Fritz-Karsen-Schule,
U-Bahn,
Hermannplatz,
Neukölln-Arcaden,
Rathaus Neukölln
Feldnotizen 7. November 2023 (Auszug)
von Tarfa Bachan
Ich bin zu spät – war bereits pünktlich im richtigen Raum, ging jedoch wieder, da ich von Schüler*innen die Info erhalten hatte, dass sie heute keine Exkursion machen und noch
keine Lehrkraft anwesend war bzw. ich nicht wusste, wen genau ich suche, also welche Jahrgangsstufe oder Klasse, und nur die Namen der Künstler*innen kannte. Die Künstler*innen
sind beide krank, deshalb leiten die Lehrkräfte die Übung an. Sie besprechen mit den Schüler*innen die Aufgabe der heutigen Exkursion; […] zwischendurch stelle ich mich vor
(die Lehrer*innen betonen, dass ich die Schüler*innen nicht beobachten werde, um sie zu bewerten – ich habe das Gefühl, dass selbst das der Klasse egal gewesen wäre; ich werde
eigentlich vollkommen ignoriert). Die Aufteilung in Gruppen findet statt; alle finden Partner*innen bis auf vier; am Ende gibt es eine Dreiergruppe […]. Die Videos zu machen ist
eine unbeliebte Aufgabe, da alle Angst um ihren Speicherplatz haben.

Am Bahnsteig, U7
Gruppenbildung von 3-5 Personen zwischen 2-5 Säulen; Ich beschließe weitere Skizzen an den einzelnen Stationen von der gesamten Klasse anzufertigen, wobei mich vor allem die
Gruppendynamik interessiert. Ich finde es schwierig, die Bewegungen zeichnerisch einzufangen, sollte mehr zeichnen.


Am Hermannplatz
Alle sammeln sich und homogene Gruppen bilden sich: Mädchen stehen links, alle Jungen rechts; die Lehrpersonen wiederholen die Aufgabenstellung; die Person, die den Ort
ausgewählt hat erzählt, was sie damit verbindet; keiner weiß mehr wirklich, wer den Ort vorgeschlagen hat.
Zuerst wird die Gruppenaufgabe gelöst, wobei die beiden Gruppen wieder heterogen sind. Es ist Markt und ich verliere die Gruppen aus den Augen; die Schüler*innen wollen nicht
beobachtet werden. Ich stelle mich wieder an den Sammelpunkt und spreche mit dem Lehrer [„..]. Die Gruppenarbeit ist schwierig; alle wollen etwas anderes tun, manche essen,
viele reden zu zweit oder zu dritt oder rennen einfach nur über den Platz und achten nicht auf ihre Gruppe. [„..].

Vor den Neukölln Arkaden
Zuerst wird die Partner*innenaufgabe durchgeführt. Ich will eine Gruppe begleiten, frage, ob es ok ist – es ist ihnen unangenehm und sie sagen nein. Ich darf die Dreiergruppe
begleiten. Diese Gruppe bearbeitet die Aufgabe, mir fällt jedoch auf, dass nicht wirklich zwischen den Sinnen differenziert wird: „Ich höre eine Parfümerie. Und Rossmann. Da
sind Leute...“
Ich entschließe mich zur Intervention, schlage vor, die Augen zu schließen, um die Aufgabe zum Hören und Riechen zu bearbeiten; die Schüler*innen gehen darauf ein und das
Ergebnis ist auch für sie wirklich interessant.

Auf dem Parkdeck
Wir passen alle in einen Aufzug [...]. Eine Schülerin hat eine Polaroidkamera dabei, einige machen private Fotos, alle halten sich nur an den Gittern auf. Bei der Bearbeitung
der Gruppenaufgabe entstehen eher klassische Gruppenfotos an der Balustrade mit Ausblick auf Berlin. Ich interveniere wieder, frage, ob sie den Raum auch wirklich eingenommen
haben, ob die Stelle, an der die Gruppe steht, schon der ganze Raum ist und was sie denn machen könnten, um mehrere Punkte im Raum auf ein Foto zu bringen. Ich schlage einem
Schüler vor, seine Gruppe aktiv zu leiten [...]. Ein Hausmeister rastet aus, weil sich ein Schüler auf eine niedrige Wand gesetzt hat, die angeblich frisch gestrichen ist.

Am Rathaus Neukölln
Ich habe keine Lust mehr, Notizen zu machen; die Schüler*innen sollten eigentlich nicht den Ort auf ihren Audios verraten, starten aber jede Aufnahme mit „Ich bin jetzt hier
am Rathaus Neukölln….“
