6. Mai 2024
Fritz-Karsen-Schule
Feldnotizen 6. Mai 2024 (Auszug)
von Julia Stromski
Die Künstlerin beginnt mit dem Unterricht. Es ist sofort zu bemerken, dass sie und die Lerngruppe sich bereits besser kennen und eine Beziehung aufgebaut haben.
Der Umgang ist also sehr vertraut und locker und die Künstlerin kennt die meisten Namen. Zu bemerken ist auch, dass die Künstler*innen von den Schüler*innen ebenfalls bei
Vornamen angesprochen werden. Die Sprache, die die Künstlerin zur Kommunikation mit den Schüler*innen nutzt, ist an die der Schüler*innen angelehnt. Jugendsprache, oder
auch Jugendslang, dominieren somit den Raum. Die Interaktion mit den Schüler*innen ist auf Augenhöhe ausgerichtet und es ist zu bemerken, dass die Schüler*innen
sich nicht scheuen, ganz sie selbst zu sein. […] Auch wir Beobachterinnen wurden vorgestellt und die Schüler*innen sollen alle ihren Namen nennen. So entsteht ein
zusätzlicher persönlicher Bezug. Im Gesamten wird jeder einzelne im Raum — auch wir — wertgeschätzt und in das Unterrichtsgeschehen mit einbezogen. […]
Im nächsten Schritt findet eine Aufteilung der Lerngruppe statt. Im Raum nebenan schließt der Künstler die schriftliche Arbeit der letzten Woche ab, indem er Tonaufnahmen
aufnimmt. […].
Der Rest der Lerngruppe bleibt mit dem Klassenlehrer und der Künstlerin im Raum […]. Die Künstlerin redet viel über Persönliches. Es entfalten sich Themen, wie Religion,
Tattoos und Familienverhältnisse. Sie versucht, die Schüler*innen zu motivieren, indem sie einen Bezug zu sich selbst herstellt. Es fallen Sätze wie „Ich brauche Material
von euch, mit dem wir später arbeiten können“. Bei unangenehmen Kommentaren kontert sie kompetent.
Zum Schluss der Unterrichtseinheit hebt die Künstlerin den Schüler*innen nochmal die Wichtigkeit der Arbeit und der Meinung der Schüler*innen hervor. Sie bezieht sich auf
die Ausstellung und das Publikum, das angesprochen werden soll. Zusätzlich spricht sie motivierende Worte aus, in dem sie zusichert, dass das Ergebnis des Projektes cool
wird.